Was ich am Chorgesang so liebe? Ich weiß es nicht.

Sirun singend, Capella Vocale

Komische Antwort für eine, die seit sie 12 Jahre alt ist, in Chören singt. Denn über eine so lange Zeit sollte sich doch etwas finden lassen, was man an dieser Art zu singen so gerne mag. 

Stimmt schon – einerseits. Andererseits habe ich mich das tatsächlich nie gefragt. Denn: Für mich ist, im Chor zu singen genauso selbstverständlich wie zu essen. Auch das hinterfrage ich nicht weiter, sondern tue es einfach. Weil ich Nahrung brauche, um zu leben. 

Wahrscheinlich singe ich im Chor, weil ich ohne dies zu tun nicht gut leben kann. Es gehört einfach zu meinem persönlichen Wohlbefinden dazu. 

Trotzdem singe ich nicht wahllos in Chören – genauso wie ich auch mein Essen sorgfältig nach Appetit, Geschmack, Qualität, Hungergefühl etc. auswähle.

Mittlerweile habe ich für mich eine gute Mischung aus dem regelmäßigen Singen in einem festen Ensemble und Projektchören mit wechselnder Besetzung gefunden.

Dieser Mix ist für mich ideal: Ich kann in dem festen Ensemble, in dem ich singe, gemeinsam mit den anderen wachsen. Einen eigenen Sound kreieren, der uns – hoffentlich einmal – unverwechselbar in der Chorszene macht. Dort lasse ich mich auch auf Repertoire ein, das ich noch nie gesungen habe, wie zum Beispiel Pop. Das ist für mich „gestandene Klassiktante“ sehr ungewohnt. Es macht aber ungeheuer Spaß, sich in dieser vertrauten Gruppe darauf einzulassen und Neues zu lernen. 

Und in den Projektchören kann ich ganz nach meinem Musikvorlieben wählen: Beispielsweise wurde ich gefragt, ob ich bei einem Projektchor Mozarts „Requiem“ mitsingen wollte. Das habe ich nicht gemacht, weil ich das Stück schon gesungen habe und es mich nicht weiter interessiert (…ich sage das mal ganz ungeschönt…). Ein anderer Projektchor hat mich für ein Bachprogramm (nicht nur Johann Sebastian, sondern rund um Familie Bach) angefragt und da habe ich direkt „Ja“ gesagt.

Und so kann ich mir ein ziemlich schönes Sängerinnenleben nach meinem Geschmack gestalten. 

Auf die Frage, was ich so sehr an Chorsingen liebe, ist das doch schonmal ein Aspekt, den ich klar benennen kann: Die bunte Mischung, die mein Leben schöner macht. 

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