Vom 14. Lebensjahr an habe ich gesungen. Im Chor, solo, mit ganzem Herzen. Und dann, von einem Jahr aufs andere, war da nur noch Stille. Zehn Jahre lang. Zu Hause vielleicht mal ein Lied vor mich hingeträllert, zur CD mitgesungen – aber nicht mehr im Chor, nicht mehr solo, nicht mehr da, wo Singen wirklich etwas mit mir gemacht hat.
Wie aus einer Pause zehn Jahre wurden
Es fing ganz unspektakulär an: ein Umzug in eine andere Stadt. Und plötzlich stand ich vor Fragen, auf die ich keine Antwort hatte:
- Welcher Chor passt zu mir?
- Auf welchem Niveau will ich überhaupt singen?
- Sind die Leute dort nett?
- Finde ich da Anschluss?
Ich wusste es einfach nicht – und je länger ich darüber nachdachte, desto größer wurde die Hürde, es wirklich herauszufinden.
Und dann kam das Leben dazwischen, wie es das eben tut. Ich habe meinen späteren Ehemann kennengelernt. Bin nochmal für ein Jahr beruflich woanders hingezogen, zurück nach Köln gekommen und dann mit ihm zusammengezogen. Es war viel los – es war gut, aber eben auch viel. Das Singen ist dabei einfach liegen geblieben. Nicht aus einer bewussten Entscheidung heraus. Es ist einfach passiert.
Der Punkt, an dem es nicht mehr ohne ging
Irgendwann kam er aber: der Moment, an dem ich unbedingt wieder singen wollte. Ich habe einen Chor gefunden, wieder Gesangsunterricht genommen – und war erstmal happy.
Aber dann war es wieder da, dieses alte Thema, das ich eigentlich schon aus früheren Jahren kannte: dieses Gefühl von Enge im Hals, in der Kehle, auf den Stimmbändern. Ich hatte den Eindruck, ich würde quetschen, ohne es zu wollen. Die Stimme konnte nicht frei schwingen. Als würde nur der Kopf singen – und der Rest des Körpers wäre komplett abgekoppelt.
Die Begegnung mit Natural Voice
Ich hatte das Gefühl, dass es noch etwas geben muss, das mich befreit beim Singen. Also habe ich weitergesucht. Und meine Lösung schließlich bei einer Lehrerin gefunden, die nach Atemtypen (Einatmer-Ausatmer / lunar-solar) unterrichtet.
Ein Workshop bei ihr und ich war angefixt. Zum ersten Mal habe ich eine Freiheit in meiner Stimme gespürt, die ich vorher nicht kannte. Natürlich war noch längst nicht alles perfekt. Aber ich habe genau gespürt: Hier ist ein Weg, wie ich durch die Anbindung an meinen ganzen Körper mehr Entspannung in der Kehle finden kann.
Von der Schülerin zur Lehrerin
Es folgten Einzelstunden bei der Gesangslehrerin. Und dann diese eine Information, die alles verändert hat: Man kann das lernen nach Atemtypen zu unterrichten.
Das wollte ich unbedingt. Es war mir klar: Das ist mein Weg, um mich wieder wirklich gut beim Singen zu fühlen – und um dieses Gefühl auch anderen zugänglich zu machen. Bei Renate Schulze-Schindler habe ich dann die dreijährige Ausbildung absolviert und mein Zertifikat als Natural-Voice-Lehrerin erhalten.
Was Natural Voice mir zurückgegeben hat
Diese Arbeit hat mir die Freude am Singen zurückgegeben. Mehr Sicherheit. Einen anderen Blick auf meine Stimme, mein Singen, meinen Körper – und auch auf mich selbst als Person.
Natural Voice ist seitdem meine Basis geworden – darauf baue ich mein Singen auf und kann weitere, andere Einflüsse zulassen ohne den Kontakt zu Natural Voice zu verlieren.
Singen ist Bewegung
Und noch etwas ist mir wichtig: Singen und auch singen lernen ist für mich ein fließender Prozess. Immer wieder lerne ich Neues dazu, probiere neue Methoden und Techniken aus. Manches passt zu mir und wird integriert, anderes lasse ich auch wieder los.
Die Natural Voice-Arbeit schließt nichts aus. Im Gegenteil: Sie gibt mir die Möglichkeit, neugierig und im Fluss zu bleiben, egal wohin die Reise als Nächstes geht.